Eine Sache mit der Heimat

Ich wohne ja jetzt seit über einen Jahr gute 800 Kilometer von daheim weg. Daheim ist die Metropolregion Nürnberg, ich bin also gebürtige Fränkin, was man eigentlich nur hört, wenn ich Wörter mit R ausspreche – sonst spreche ich perfekt hochdeutsch… ernsthaft…

Wo ich herkomme, gibt es ein Fest. Einmal im Jahr. Die fünfte Jahreszeit von uns. Man nennt sie “Bergkerwa”, “Berg” oder auf hochdeutsch: “Bergkirchweih” – dazu braut die ansässige Brauerei immer spezielles “Bergbier”.

Die Bergkerwa ist eine uriger Kerwa in Erlangen. Schön mit Kellern, Bänken unter Bäumen, netter Musik, Brezeln und Co.
Ich besuche diese Kirchweih eigentlich gerne, aber jetzt auf Grund der Distanz und da sie immer um Pfingsten rum ist, kann ich da jetzt leider nicht hin dieses Jahr.

Aber meine Eltern hatten eine glorreiche Idee:

 Da werde ich wohl irgendwann mal mit Kopfschmerzen aufwachen.

Eilmeldung!

Wie bereits einmal ausführlich berichtet, habe ich eine Viertel Stunde meiner kostbaren Sonntage immer genutzt um mich um meine arme Orchidee Uwe zu kümmern. 

Ich dachte, ich hätte Uwe verloren. Hinüber… Todesursache: Vertrocknen, da man ihn in die pralle Hitze einer Heizung stellte. Aber ich konnte nicht aufgeben, ich musste Uwe retten. Immerhin hab ich ihn zum Geburtstag bekommen, von drei netten Kolleginnen. Da hängt ja auch was Emotionales dran.

Wie berichtet, tauchte ich Uwe somit jeden Sonntag. Und alle zwei, drei Wochen bekam er Dünger. Er bekam auch einen neuen Topf, neue Erde und einen optimaleren Platz im Zimmer.

Was hab ich getanzt, als neue Blätter kamen, als sich Knospen bildeten.

Mit meiner Rettungsaktion habe ich auch eine Kollegin angesteckt, die nun ihre Orchideen aufpäppelt. Aber ich hatte halt Vorsprung. Und heute als ich von der Schulung kam, da war es soweit: Uwe blüht wieder.

Eine der vier Knospen ist aufgegangen. Und bald erkennt man vielleicht wieder was Uwe einmal war: eine lebendige, gesunde, fröhliche Orchidee.

Wenn ich mal groß bin

Quote

“Wenn wir in Berlin leben, denken wir, New York ist bestimmt spannender. Wenn man uns einen Arbeitsvertrag vorlegt, der bis zur Rente gilt, macht uns das nervös. Der Gedanke, dass unsere Beziehung für immer halten könnte, ebenfalls. Wir wollen uns nicht festlegen. Wir führen lieber ein Leben im permanenten Testzustand, nie ganz zufrieden, immer am optimieren. Das macht es uns schwer, im Hier und Jetzt zu leben.”

Jonas Spengler, 29, Start-Up-Gründer – Zitat aus Neon (100. Ausgabe)

Verwöhntes Luxusgör

In manch einer Hinsicht bin ich wirklich ein kleines Luxusgör. Daraus resultieren natürlich auch Luxusprobleme. Dinge, wo andere eigentlich nur mit den Kopf schütteln können.

Eins dieser Dinge ist meine Nachtruhe. Sie ist mir hoch und heilig und Gnade dem, der sie stört, zerstört oder daran teilhaben will. Ich bin auch echt schlecht drauf, wenn ich nicht genügend Ruhe nachts hatte. Nachtruhe umschließt hier das schlafen auch – Schlafen ist mir hoch und heilig.

Ich hasse es, wenn ich jemanden besuche, dort übernachte und dann auf einer Couch oder Luftmatratze schlafen muss. Dann schlafe ich schlecht, habe wenig Platz für mich und mein Ego und überhaupt, ich brauch ein Bett zum pennen.

Eine Freundin und ich haben uns letzten Herbst in Hamburg getroffen. Sie hatte ein Doppelzimmer im Motel One gebucht, ach und mir graute es schon vor der Nacht. Und mein Grauen wurde auch bestätigt, erstmal musste ich mein zweites Kissen abgeben, wobei zum Glück waren die sehr hart und somit war das vertretbar, aber zweitens schnellte die nachts hoch und schrie einfach mal.

Fragt mich nicht warum sie schrie, aber sie schrie einfach mal. Mich an.

Ja, das ist ein Luxusproblem. Und jetzt wollen wir uns wieder treffen. Meine Vorgaben dafür waren: Einzelzimmer. Die sind teuerer, ja, aber ich werd nachts nicht angeschrieen, muss kein Kopfkissen abdrücken und sowieso und überhaupt, kann ich in Ruhe nachts darüber grübeln wie ich die Weltherrschaft an mich nehme.

Trotzdem habe ich es heute geschafft ein Hotelzimmer zu finden für unter 100 Euro für zwei Nächte. Ich freu mich. Buchungsbestätigung kam auch gerade ins Mailfach geflattert und so kann es dann in zwei Wochen ab nach Hamburg gehen. Vielleicht bisschen shoppen, natürlich muss ich mal wieder nach über einen Jahr in eine IKEA, essen, trinken, Hamburg genießen. Und natürlich: Weibergeschichten mit meiner Freundin teilen. Unser eigenes kleines Greys Anatomy teilen, wobei das ist unrealistisch.

Und trotz dessen, dass ich keine Kreditkarte besitze (hab auch ohne mein eigenes kleines Griechenland auf den Konto), habe ich den Kreditkarten-Rabatt bekommen. Ich glaub der Herr am Telefon hat einfach mal meine blonde Haarfarbe durch das Telefon erahnt und dachte sich: „Neeein, die Frau muss doch shoppen gehen, ich kann der doch nicht das Geld aus der Tasche ziehen!“ (Das ist jetzt noch unrealistischer…)

In diesen Sinne freut sich mein Luxusproblem und ich auf zwei Wochen, wenn es nach Hamburg geht. Übrigens, nehme ich die teuerer Variante und fahr selbst mit meinen Auto runter. Ja, Autozug. Ja, Spritpreise. Aber ich habe das innerliche Verlangen einfach mal wieder Autobahn zu fahren – außerdem… IKEA und so.

Übrigens absolut dämlich irgendwie vom DB Sylt Shuttel: Wenn man Sylter ist mit NF-Kennzeichen kriegt man Rabatt, wenn man Sylter ist aber ohne NF-Kennzeichen kriegt man keinen Rabatt. Das finde ich total dämlich. Okay natürlich, sonst könnten die Sylter irgendwie einen „Auto günstiger über den Autozug“-Bring-Service machen, aber sonst finde ich es schon dämlich.